Käthe Kollwitz

Käthe Kollwitz

Käthe Kollwitz wurde am 8. Juli 1867 in Königsberg in Ostpreußen als Tochter des Baumeisters Carl Schmidt und seiner Frau Katharina geboren. Carl Schmidt übernahm nach dem Tod seines Schwiegervaters Julius Rupp dessen Amt als Prediger der freireligiösen Gemeinde Deutschlands. Großvater und Vater beeinflussten das Weltbild der jungen Käthe, sie schrieb später: "Ich möchte sagen, daß ich in diesen Jahren Großvater und Vater ... in mir fühlte. Der Vater in unmittelbarer Nähe, weil er für mich der Hinführer zum Sozialismus war, Sozialismus verstanden als ersehnte Bruderschaft der Menschheit. Hinter dem aber stand Rupp, die Persönlichkeit in der Beziehung nicht zur Menschheit, sondern zu Gott ..." 1880 erhielt das junge Mädchen den ersten Zeichenunterricht bei einem Königsberger Kupferstecher, 1884 begann sie ihr Kunststudium an der Künstlerinnenschule in Berlin. Von 1888 bis 1890 studierte Käthe Kollwitz in München Malerei, erkannte dort aber, dass ihre Begabung nicht auf dem Gebiet der Malerei lag. Sie kehrte nach Königsberg zurück, wo sie wieder zur Graphik wechselte. Ihre ersten Selbstbildnisse entstanden. 1891 heiratete sie den Arzt Dr. Karl Kollwitz. Sie zogen nach Berlin, wo sie über 50 Jahre in der Weißenburger Straße 25 wohnten. 1892 kam Sohn Hans zur Welt, 4 Jahre später Sohn Peter. 1893 erhielt Käthe Kollwitz ihre erste Ausstellung. Im gleichen Jahr besuchte sie die Aufführung von Hauptmanns Drama "Die Weber" und wurde zur Folge "Ein Weberaufstand" angeregt. Käthe Kollwitz wurde ab jetzt als Künstlerin anerkannt. In den folgenden Jahren entstand eine Vielzahl von Arbeiten, die sich kritisch mit den sozialen Verhältnissen in Deutschland auseinandersetzten. 1914 brach der erste Weltkrieg aus. Gleich im ersten Kriegsjahr fiel ihr Sohn Peter als Kriegsfreiwilliger in Flandern, ein Ereignis, das das Leben und Werk von Käthe Kollwitz tief beeinflußte. Die Themen Mutter und Kind, Krieg und Tod traten nun in ihren Arbeiten in den Vordergrund. Auch als Deutschland 1919 eine demokratische Republik wurde, stand Käthe Kollwitz zu ihrer kritischen politischen Einstellung. Sie erhielt eine Professur an der Kunstakademie in Berlin, wo sie 14 Jahre lang lehrte. Als 1933 die Nazis an die Macht kamen, gehörte Käthe Kollwitz zu den Künstlerinnen, deren Werke als "entartet" bezeichnet wurden. Sie stand außerdem als demokratische Sozialistin auf der Seite der Unterdrückten und Entrechteten. Sie musste aus der Akademie austreten. 1937 wurde über ihre Werke ein "inoffizielle Ausstellungsverbot" verhängt. Sie hatte ihr Gehalt verloren und ihr Bildhauer-Atelier verlassen müssen. Dennoch arbeitete sie weiter als Künstlerin und erfuhr reiche Ehrungen zum 70.ten Geburtstag. 1940 starb ihr Mann, zwei Jahre später fiel ihr Enkel Hans in Rußland. Im gleiche Jahr entstand die Lithographie "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden". Käthe Kollwitz bezeichnete in einem Brief diese Arbeit als ihr "Testament": Es ist ihr Protest gegen den Krieg und gegen das sinnlose Töten. 1943 wurde die Künstlerin nach Nordhausen im Harz evakuiert, ihre Wohnung und ihr Atelier von Bomben zerstört. Dabei wurden viele Drucke und Platten vernichtet. 1945 starb Käthe Kollwitz in Moritzburg bei Dresden wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs.

Autorin: Sigrid von Mässenhausen

Klartext - Schülerzeitung

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