Schulgeschichte

Das KKG wurde am 7. November 1836 als städtische Höhere Töchterschule eröffnet. 1950 wurde die Schule in ein „Neusprachliches Gymnasium für Mädchen mit Lyzeum“ umgewandelt; neben einem neunklassigen Gymnasium mit Reifeprüfung gab es ein sechsklassiges Lyzeum mit einem Realschulabschluss. Die Umbenennung in „Staatliches Käthe-Kollwitz-Gymnasium“ (nach der Künstlerin Käthe Kollwitz) erfolgte am 6. Juli 1968.

Traditionell stand das KKG bis zum Beginn des Schuljahres 1976/77 nur Mädchen offen, dann wurden erstmalig auch Jungen aufgenommen.

Das KKG war eine von sieben Schulen in Rheinland-Pfalz, die ab 1969 an der Erprobung der Mainzer Studienstufe (MSS) beteiligt waren. Die MSS wurde 1975 landesweit eingeführt und gilt in modifizierter Form auch heute noch. Dabei handelt es sich um eine reformierte Oberstufe. Ein Kurssystem weitet den Unterricht auch auf die Nachmittage aus, der Samstag ist als Unterrichtstag in den 1990er Jahren weggefallen. In der MSS können die Schüler ihre Fächer in einem weiten Rahmen nach Grund- und Leistungskursen festlegen.

Im Jahr 2012 feiert die Schule den Abschluss des 175-jährigen Jubiläums, und gleichzeitig am 19. September den 100. Geburtstag des Schulgebäudes. Am Donnerstag, den 19. September 1912, wurde im Rahmen eines feierlichen Festaktes das neue Schulgebäude der Höheren Töchterschule in Neustadt seiner Bestimmung übergeben. Anlässlich des Jubiläums soll ein kurzer Rückblick auf die Baugeschichte geworfen werden. Die im Jahr 1836 gegründete Höhere Töchterschule war zunächst im ehemaligen Rathaus der Stadt an der Ecke Hauptstraße/Kellereistraße untergebracht. Das Wachsen der Schule machte 1888 einen Umzug in ein Gebäude in der damaligen Poststraße (heute Schütt) nötig. Doch auch das neue Schulgebäude war bald zu klein. Allein in den Jahren zwischen 1898 und 1905 stieg die Zahl der Schülerinnen von 115 auf 184, so dass schon 1902 ein Schulneubau angeregt wurde. Allerdings zogen sich die Diskussionen innerhalb der Stadtverwaltung sowie mit der Kreisregierung in Speyer über Jahre hin. Die finanziell nicht auf Rosen gebettete Stadt Neustadt suchte nach einer möglichst kostengünstigen Lösung, die Regierung in Speyer sowie die Schulleitung drängten dagegen auf einen baldigen Neubau. Im Jahr 1908 erwarb die Stadt einen 3100qm großen Weinberg in der Gemarkung „Auf dem Karlsberg“ für eine Summe von 30000 Reichsmark, der als Bauplatz für das neue Schulhaus dienen sollte.

Ebenfalls 1908 wurde ein Wettbewerb für die Planung des Gebäudes ausgeschrieben, den die Augsburger Architekten Buchegger und Sturtzenegger gewannen. Unter Verweis auf die angespannte finanzielle Situation der Stadt will der damalige Bürgermeister Theodor Wand aber nun das Stadtbauamt beauftragen einen neuen und vor allem kostengünstigeren Plan zu entwerfen. Dagegen erhob nun aber die Kreisregierung in Speyer Einspruch, so dass letztlich doch der Plan der Augsburger Architekten verwirklicht wurde. Am 26. Juni 1910 stimmte eine große Mehrheit der Bürgerversammlung der Stadt für die Aufnahme einer Summe von 300000 Reichsmark zur Realisierung des Bauvorhabens, im Oktober 1910 gab auch der Stadtrat seine Zustimmung und im November 1910 erfolgte die Genehmigung der Kreisregierung der Pfalz.

Im Frühjahr 1911 begannen auf dem oben erwähnten mittlerweile ehemaligen Weinberg die Bauarbeiten, im Herbst stand der Rohbau. Wiederum ein knappes Jahr später waren die Bauarbeiten vollendet. Auf 3645 qm Innenfläche waren elf neue Schulsäle, Fachsäle für Physik, Chemie und Zeichnen, eine Turnhalle, ein Singsaal, Direktorat, Lehrerzimmer sowie eine Hausmeisterwohnung entstanden. Der Schulhof umfasste ca. 600 qm.

Unter großer Teilnahme der städtischen Honoratioren und in Anwesenheit der Schülerinnen und ihrer Eltern wurde das Gebäude am Morgen des 19. September 1912 in der Turnhalle seiner Bestimmung übergeben. Eine Büste des bayerischen Prinzregenten Luitpold und ein Bild des Prinzen Ludwig schmückten neben Flaggen, Emblemen und Blumen den Raum. Bürgermeister Wand verwies darauf, dass das neue Schulhaus in der Schulgeschichte der Stadt einen „wesentlichen Fortschritt bedeutet“. Der erst im August 1912 neu ernannte Schulleiter Friedrich Eitzinger begrüßte nicht nur die Schülerinnen, sondern auch sein Kollegium. Damit dessen Arbeit erfolgreich sei, solle der „Geist des Friedens und der Verträglichkeit den ganzen Lehrkörper“ erfüllen.

Heute, also einhundert Jahre später, ist die Schulgemeinschaft des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums froh und stolz darauf, in diesem außergewöhnlich schönen Schulhaus beherbergt zu sein. Äußerlich hat sich das Antlitz des Hauses kaum verändert, hinzugekommen sind lediglich Anbauten und Erweiterungen. Auch das Innere hat trotz zahlreicher Modernisierungen seinen ursprünglichen Charakter, den Geist der Schule, die heute nach Käthe Kollwitz benannt ist, bewahrt. Mit dem Rückblick auf einhundert Jahre Lehren, Lernen und Leben in diesem Gebäude drückt die Schule auch ihre Wertschätzung ihrem Haus gegenüber aus, sie bewahrt ihre Geschichte und versichert sich ihrer Identität auch in Zeiten des Wandels. (S. Schaupp, September 2012)

Ehemalige Schulleiter:

  • Dr. Friedrich Seel, Vater von Martin Seel
  • Artur Sauer (1971–1991)
  • Walter Lichti (1991–1997)
  • Peter Jacqué (1997–2006)
  • Dr. Joachim Vögeding (2006–2010)
  • Ingeborg Nickol (kommissarisch 2010/11)
  • Mervyn Whittaker (seit 2011)

 

 

 

Klartext - Schülerzeitung

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